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Peter, in Staffel 12 bist du zum ersten Mal Coach bei "The Voice of Germany". Wie hast du die Show bislang wahrgenommen?

Peter Maffay: Ich kannte das Konzept von "The Voice of Germany", aber ich war kein regelmäßiger Zuschauer. Als ich eingeladen wurde, hier mitzumachen, ist die Neugierde gewachsen und ich habe mich genauer mit der Show und damit, wie man mit den Talenten umgeht, beschäftigt. Das hat mir gut gefallen. Am Set hatte ich dann die Gelegenheit, meinen Coach-Kollegen über die Schulter zu gucken und zu beobachten, wie sie agieren. Mit den ersten Aufzeichnungen, wenn man das Publikum und die Talente erlebt, fing es an, mir richtig gut zu gefallen. Die Blind Auditions sind jetzt abgedreht und ich bin froh, dass ich mich entschieden habe, Coach zu sein.

Wie hast du die Aufzeichnungen der Blinds erlebt?

Meine Eindrücke sind absolut positiv: Sowohl was die Künstler, die aufgetreten sind, anbelangt, als auch die Coaches und die Art und Weise, wie sie mit- und untereinander umgehen. Mich beeindruckt, welcher Geist in dieser Produktion steckt. Es ist nicht einfach, eine solch positive Atmosphäre zu erzeugen und zu erhalten. Das erfordert nicht nur den Willen dazu, sondern auch ein gehöriges Maß an Professionalität. Mir hat es bis jetzt richtig Spaß gemacht, als Coach dabei zu sein.

Wie war es für dich, jemanden singen zu hören, ohne ihn zu sehen?

Im Grunde genommen siehst du auch niemanden, wenn du Radio hörst. Bei "The Voice of Germany" kommt hinzu, dass man im selben Raum mit dieser Stimme ist und in dem Augenblick, wo sich der Sessel dreht, die optische Verbindung da ist. Da erlebt man dann etliche Überraschungen, denn du hast zunächst ein Bild von demjenigen, der singt, vor dir, und plötzlich passt das nicht mehr zusammen mit dem, was du tatsächlich siehst. Dann versucht man wieder, die Optik mit dem akustischen Eindruck in Verbindung zu bringen. Und wenn man sich nach dem Auftritt unterhält, ergibt alles plötzlich eine gewisse Logik.

Was muss denn ein Talent mitbringen, damit du buzzerst?

Auf jeden Fall muss das Talent mein Herz treffen. Wenn es das nicht tut, dann ist bei mir die Bereitschaft zum Buzzern nicht da. Im Grunde genommen habe ich nur einen Parameter: "Gefällt mir" oder "Gefällt mir nicht". Und wenn es mir gefällt, dann steige ich in die Tiefe und frage mich: "Warum ist das so?"

Würdest du also raten, alles auf eine Karte zu setzen, wenn man im Musikbusiness erfolgreich sein will?

Eindeutig! Für mich gibt es nur eine Möglichkeit, diese Laufbahn oder diesen Beruf zu sehen, und das ist Plan A. Einen Plan B kenne ich nicht und ich horche immer dann auf, wenn jemand sagt, er hat keinen Plan B.

Kann die Teilnahme bei "The Voice of Germany" eine Art Initialzündung sein, um diesen Plan A durchzusetzen?

Natürlich! Wann hat man schon die Möglichkeit, mit einem einzigen Auftritt einem Millionenpublikum entgegenzutreten? Wenn man diese Chance nutzt, kann das der Anfang von einer langanhaltenden Perspektive sein. Gar keine Frage! Man muss sich aber im Klaren darüber sein, dass mit diesem einen Auftritt nur ein ganz kleiner Teil der Wegstrecke, die auf einen zukommt, geschafft ist.

Du bist ein Routinier im Musikbusiness. Lockt "The Voice of Germany" dich auch mal aus deiner Komfortzone?

Das hat es getan. Ich bin ein paar Mal, ohne dass ich es so weit kommen lassen wollte, ziemlich spontan gewesen, weil es mich einfach gepackt hat. Es gab einige Talente, die ich dringend in meinem Team haben wollte. Spontaneität und Improvisation unter den Coaches gehört, bei aller Disziplin, mit der die Darbietungen stattfinden, dazu. Geradezu meisterhaft darin sind meine beiden Kollegen Mark und Rea, die sich beharken ohne Ende. Das ist gute Unterhaltung!

Kanntest du die beiden vorher?

Rea kenne ich sehr lange, sogar so lange, dass ich vergessen habe, dass wir mal ein Lied zusammen geschrieben hatten. Das war vor 17 Jahren, ein wirklich unglaublich schönes Lied. Ich habe mich nicht mehr daran erinnern können, bis er es mir jetzt während der Dreharbeiten gesagt hat. Mit Mark habe ich mich – ohne das zu bewerten – bis zu "The Voice" am wenigsten beschäftigt. Aber das werde ich nachholen, weil mir jetzt klar geworden ist, worauf sich sein Erfolg stützt. Er ist ein hervorragender Performer, sehr analytisch, sehr klar. Er weiß genau, was er will. Und auch Stefanie kenne ich schon länger. Alle drei sind Sonderklasse, gar keine Frage.

Du hast Mark sogar eine Gitarre signiert. Wie kam es dazu?

Mark hat zu erkennen gegeben, dass er kein gelernter Gitarrenspieler ist. Das bin ich auch nicht. Deshalb habe ich ihm die Gitarre, die ich dabei hatte, spontan geschenkt. Ich bin sicher, dass er sie benutzen wird. Gitarren haben eine Ausstrahlung, der man sich nicht entziehen kann. Über dieses Instrument kann man sich in allerbester Form artikulieren. Eine Gitarre kann man überall mitnehmen, sie ist ein grandioses Instrument. Ich bin sicher, wenn Mark und ich uns das nächste Mal sehen, spielt er mir etwas auf seiner neuen Gitarre vor. Bei all den Vorzügen, die eine Gitarre hat, würde ich aber gerne auch Klavier spielen können. Das habe ich leider nicht gelernt, weil bei uns zu Hause in Rumänien einfach keine Klaviere gab. Das war einfach ein Luxus, den es nicht gab.

Was erwartet dein Team jetzt von dir als Coach?

Es gibt einige Talente bei mir im Team, die wirklich außergewöhnlich klingen und das wahrscheinlich auch dann noch sind, wenn wir anfangen, miteinander zu arbeiten. Ich glaube, bei dem ganzen Prozess ist es wichtig, den Künstlern, die sich uns anvertrauen, etwas auf den Weg zu geben, was ihnen hilft, ihren Werdegang zu stärken und zu kontrollieren. Wenn die Talente diesen Weg gehen wollen, brauchen sie Schutz und das muss man miteinander besprechen. Die Musikauswahl, die Gestaltung und so weiter sind alles kreative Prozesse, denen man gut Impulse liefern kann. Und das ist unsere Verpflichtung als Coaches.

Welchen Stellenwert hat der Sieg bei "The Voice of Germany" für dich?

Gewinnen ist für mich nicht die Priorität. Auch wenn jemand bei einem solchen Format nicht als Erster durch das Ziel läuft, kann er zu Hause einen Titel schreiben, der megamäßig ist, und uns alle überholen. Diese Chance hat jeder. Aber wie gesagt: Es ist ein Marathon.

Bei "Sound of Peace" standest du – wie auch deine Coach-Kolleg:innen – für den Frieden auf der Bühne vor dem Brandenburger Tor. Was kann Musik in solch krisengeplagten Zeiten wie jetzt bewirken?

Musik kann Menschen einen und zu einem starken, gemeinsamen Statement animieren. Das ist vor dem Brandenburger Tor geschehen. Ein "Nein" zu der russischen Aggression gegen einen souveränen Staat. Ein "Nein" zu Krieg als Mittel zur Durchsetzung politischer Ziele. Ein "Nein" zu den unzähligen Verbrechen an der Menschlichkeit. Und ein "Ja" zu der Solidarität mit den betroffenen Menschen.

"The Voice of Germany" startet am 18. August um 20:15 Uhr auf ProSieben. Ein Tag später läuft die Musikshow in SAT.1. 

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